Dojo

 

Ein kleiner Leitfaden durch die Etikette!

In jedem Dojo sollten bestimmte Regeln gelten, die eigentlich jedem allein schon durch den Umgang mit anderen als normal angesehen werden sollten - es heute leider wohl nicht mehr sind.

Einige Regeln gelten für alle, die das Dojo betreten. Andere gelten nur für Gäste/Zuschauer oder die Trainierenden.

Zu den allgemeinen Regeln zählt zum Beispiel, dass ich nicht im Dojo Rauche - im Dojo herrscht totales Rauchverbot. Auch die Zigarette “davor”, vor dem Übungsraum, sollte vermieden werden. Es ist unhöflich gegenüber denen, die nicht Rauchen, mit einer Duftwolke kalten Rauchs zu belästigen. Ähnliches gilt beim Verzehr geruchsintensiver Lebensmittel wie Knoblauch. Zu einem absoluten Tabu gehört auch, dass ich nicht alkoholisiert ins Training komme und teilnehme.

Wie oben erwähnt habe ich als Gast/Zuschauer ein paar Regeln, die über das übliche Muss hinausgehen.

Zu diesen Regeln gehören:

  • Als Gast/Zuschauer verhalte ich mich ruhig. Besonders während des abgrüssens vor und nach dem Training und denke mir meinen Teil.
  • Als Gast/Zuschauer betrete ich das Dojo mit sauberen Schuhen. Wenn ich die Trainingsmatte betreten darf ziehe ich meine Straßenschuhe aus und stelle sie am Rand der Matte ab.
  • Als Gast/Zuschauer werde ich keinen der Trainierenden durch lautes Verhalten (Sprechen oder Umhertrunen) vom Training abhalten.

Zum Schluß nun noch einige Verhaltensregeln für die Trainierenden:

  • Als Trainierender versuche pünktlich zum Training zu erscheinen. Es ist unhöflich gegenüber den anderen, wenn diese beispielsweise fünf oder zehn Minuten  warten bis der letzte Zeit gefunden hat um zum Training zu erscheinen.
  • Erscheinst Du zu spät zum Training, dann warte, bis Dich dein Trainer zum mitmachen auffordert.
  • Beim Betreten des Dojo bezeuge Respekt gegenüber der Tradition durch eine kurze Verbeugung
  • Wenn der Trainer zum “Teisa” ruft haben sich alle unverzüglich auf der Matte zu versammeln.
  • Beim “Zazen” knien sich alle hin. Der Sensei beginnt, die Schüler folgen. Abgekniet wird mit dem linken Knie zuerst; dann folgt das rechte Knie. Die Zehen sind gestreckt. Bist du im Zazen-Sitz lege die Hände auf die Oberschenkel.
  • Wenn alles ruhig ist gibt der Schüler/Meister, der vom Sensei gesehen ganz links aussen sitzt das Komando “Mokso” (manchmal auch “Mokuso” gesprochen). Alle senken leicht den Kopf und schließen die Augen.
  • Nach einer kurzen, ruhigen Pause gibt der selbe Schüler/Meister das Komando “reji”. Alle öffnen ihre Augen wieder und verbeugen sich zum Sensei, der Sensei zu seinen “Schülern” ohne sich dabei aus den Augen zu lassen. Beim Verbeugen bewegt sich zuerst die linke, dann die rechte Hand zu Boden. Richtet man sich auf, erfolgt die Bewegung in umgekehrter Reihenfolge (erst rechts, dann links).
  • Wenn der Sensei aufgestanden ist erheben sich die “Schüler”. Wenn alle stehen, verbeugen sich alle nochmals im Stehen, wie beim Betreten des Dojos.
  • Während des Trainings sollte kein “Kaffeekränzchen” stattfinden. Dies stört nur diejenigen, die ernsthaft üben wollen. Hast Du etwas wichtiges zu bereden, dann begebe Dich von der Matte oder stelle Dich an die Seite.
  • Korrigiere nicht denjenigen der das Training gibt, denn jeder hat seine eigenen Methoden und Techniken wie er seinen “Schülern” etwas beibringen will.
  • Äußere Dich auch nicht über den Sinn oder Unsinn von gezeigten Techniken. Sondern übe, was Du gezeigt bekommst. Zeigt der Sensei eine Technik, dann hat alles Üben ein Ende und die Schüler dem Lehrer zuzusehen.
  • Hast Du bei bestimmten Techniken Schwierigkeiten, dann warte bitte bis Dein Trainer zu Dir kommt und dich unterstützt.
  • Kannst du eine Technik schneller als Dein Trainingspartner, dann hilf ihm beim Erlernen. Vermeide es offen und laut über Deine Meinung zu dieser Technik zu sagen, insbesonders, wenn Du mit jemanden trainierst der einen niederen Gürtelgrad als Du besitzt.
  • Bist Du in einem fremden Dojo, so orientiere Dich an den dortigen Gepflogenheiten. Denke immer daran Du bist nur Gast. Mache das, was die anderen machen. Diskutiere nicht über die dortige Etikette und versuche stets Dein Bestes im Training zu geben. Diskutiere auch nicht über deren Techniken, wenn diese anders durchgeführt werden wie Du sie kennst.

Kurz gesagt hat die Etikette folgende Bedeutung:

Man möchte im Dojo keinen absichtlich verletzten
Man möchte die Lehren, die diese Philosophie mit sich bringt beherzigen
Man möchte seinem Partner immer ein fairer Trainingspartner sein
Man möchte akzeptieren, was der Sensei einem sagt und erklärt
Man möchte jedem helfen, dass er sein sich im Dojo gesetztes Ziel erreicht.

Die Kleidung!

Zum Verhalten - der Etikette - im Dojo gehört auch das Tragen entsprechender Trainingskleidung. Den Judo-Gi im Judo und Ju-Jitsu und einen Tobok im Taekwondo. Der Anzug sollte stets sauber gehalten werden. Socken sind während des Trainings nicht gern gesehen - Verletzungsgefahr durch ausrutschen auf der Matte.

Der Judo-Gi sollte vom Judoka entweder in weiß oder blau getragen werden. Ein T-Shirt ist bis auf Ausnahmen nur Mädchen gestattet. Zu diesen Ausnahmen für die Jungen gehört unter anderem das Training kurz nach einer Grippe.

Ein Ju-Jitsuka kann ebenfalls einen weißen Judo-Gi tragen oder er besorgt sich einen Anzug in den traditionellen Farben (schwarze Hose; weißes Oberteil). Zusätzlich zum Anzug sollte, auch wenn andere “Helden” dies als unmännlich ablehnen mögen, ein Tiefschutz getragen werden.

Zur weiteren Grundausstattung beider Sportarten gehört, wenn man sich ausserhalb der Matte bewegt das Tragen von Sandalen. Ob es sich dabei um die traditionellen Reisstrohsandalen (Zoris) oder um einfach Badelatschen handelt bleibt jedem selbst überlassen.

Der Tobok, der von Taekwondoin getragen wird, besteht wie der Judo-Gi aus einer Hose und einem Oberteil mit V-förmigem Ausschnitt. Der Trainingsanzug ist in den Farben weiß zu tragen. Das Oberteil kann, wenn vom Trainer erlaubt und/oder vom Schüler gewollt, auch im traditionellen Schnitt; d. h. er sieht aus wie das Oberteil des Judo-Gi getragen werden.

Das Tragen von Trainingsschuhen ist jedem Schüler im Taekwondo selbst überlassen.

Allen drei Sportarten gemein ist das Tragen des Obi - des Gürtels - in unterschiedlichen Farben. Jeder hat die Farbe seines Gürtels zu tragen, die er laut Prüfung erworben hat. Auf diese Weise kann der Trainer den Kenntnisstand des Schülers erkennen und entsprechend reagieren. Ebenfalls bei allen dreien gleich ist das Binden des Gürtels. Wie kannst du an den fogelenden Bilder sehen.