Was ist das besondere am Ju-Jitsu?

Ju-Jitsu als eine der vielen Stilrichtungen des Budo (=Oberbegriff für asiat. Kampfkünste/-sportarten) ist eine waffenlose Selbstverteidigungskunst bei der sich ein Angegriffener ohne Hilfsmittel gegen einen oder mehrere bewaffnete oder unbewaffnete Angreifer im Rahmen der gesetzlichen Regelungen zu wehren versucht. Ziel des Ju-Jitsu ist es den oder die Gegner mit erlaubten Mitteln soweit kampfunfähig zu machen, dass von ihm oder ihnen keine weitere Gefahr mehr ausgeht bzw. ausgehen kann.

Die Techniken im Ju-Jitsu sind rein defensiv, die als Resultat auf einen Angriff erfolgen. Obwohl das moderne Ju-Jitsu ständig weiterentwickelt wird – was sich als ineffektiv in der Realität der Einsatzkräfte wie Polizei, Bundesgrenzschutz und viele andere erweist wird abgeändert - ist es immer noch tief mit der japanischen Tradition verwurzelt. Etikette, also die gegenseitige Achtung und die Werte des DO, sind unverzichtbare Bestandteile. In seiner Entstehungszeit, der Meiji-Periode, wurden unter den verschiedenen Ju-Jitsu-Stilen Wettkämpfe abgehalten, die nicht wie heutige „partnerschaftlich“, sondern meist tödlich ausgingen. Diese Wettkämpfe entschieden auch nicht selten über den Fortbestand der antretenden Schule. Derjenige, der gewann musste demnach die effektivere Technik beherrschen und bekam als Ergebnis mehr Schüler. Diese Wettkämpfe führten auch dazu, dass uneffektive Techniken ausgemustert und sinnvolle weiterentwickelt wurden.

Was macht aber diese Kunst nun so besonders gegenüber anderen Budoarten? Die große Besonderheit im Ju-Jitsu ist, dass es keine fest vorgeschriebenen Techniken gibt. Vielmehr setzt sich Ju-Jitsu wie ein Baukastensystem aus verschiedenen Elementen zusammen, aus dem der Schüler diejenigen auswählen kann, die ihm besonders liegen. Dem Schüler stehen auf das Ju-Jitsu angepasste Block-, Tritt- und Schlagtechniken wie im Taekwondo oder Karate, die Würfe, Fallschule, Würge- und Hebeltechniken ähnlich wie im Judo und Aikido und verschiedenste andere Budoelemente aus anderen Kampfkünsten zu Verfügung. Diese Auswahl erlaubt es jedem Schüler seine eigenen, ganz individuellen Verteidigungstechniken zu erstellen. Im Training lernt der Schüler unter der Anleitung des Trainers die einzelnen Techniken zu einer sinnvollen Kombination zusammenzusetzen.